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Jimdo - Pages to the People!

Wed

06

Jun

2012

Sweet Spot gesucht. Und gefunden.

 

 

Mehr als fünf Jahre sind vergangen, seit Christian, Fridtjof und ich Jimdo gestartet haben. In dieser Zeit haben wir gelernt, dass es ihn tatsächlich gibt und dass man ihn wirklich treffen kann: den so genannten Sweet Spot. Am Anfang weniger, im Laufe der Zeit jedoch immer öfter. Und wenn man ihn einmal voll erwischt hat, dann will man es wieder erleben. Immer wieder. Un. Be. Dingt.

 

Aber was ist eigentlich ein Sweet Spot?

Laut Wikipedia folgendes: Mit dem Begriff Sweet Spot, Sweetspot oder Sweet Area wird eine Art effektive Zone bezeichnet. Wenn sich etwas im Sweetspot befindet, hat es bzw. erhält es die optimale Wirkung. In Rückschlagsportarten wie Tennis, Badminton usw. wird als Sweet Spot ein Bereich im Saitenbett des Schlägers bezeichnet. (...) Wird der Ball mit dem Sweetspot getroffen, erreicht man größtmögliche Beschleunigung und Genauigkeit.

 

Als Kind habe ich Tennis gespielt und es war nahezu unmöglich für mich, den Ball mit dem Sweet-Spot zu treffen. Aber wenn doch, dann wusste man sofort, dass man ihn getroffen hatte - und dann holte der Ball auch fast immer den Punkt. Im Laufe der Jahre wurde es besser und besser; einfacher, den Sweet Spot zu treffen. Das Gefühl, wenn der Ball – optimal getroffen – übers Netz flog, war einfach nur großartig und machte richtiggehend süchtig. Ich wollte immer mehr.

 

Schlägt man die Brücke zu Jimdo, ist es im Prinzip dasselbe. Unser Sweet Spot als Unternehmer und Jimdo-Gründer ist, wenn es keine Probleme im Unternehmen gibt, jeder effektiv an genau den richtigen Projekten arbeitet und die Dinge einfach nur laufen. Jeder hat das Gefühl, gerade an einer richtig großen und guten Sache zu arbeiten, ist hoch motiviert und sprüht nur so vor Energie.

 

Wenn man sein Unternehmen gerade gegründet hat, erscheint einem der Sweet Spot wie ein weit entfernter Traum; ein Schloss in den Wolken. Vielleicht gibt es in den ersten Wochen nach dem Start ein paar positive Artikel in der Presse - ein erster Hauch eines Eindrucks davon, wie sich der Sweet Spot anfühlen kann. Normalerweise kommen danach oder noch im selben Atemzug erste 'Downer'. Höchstwahrscheinlich läuft es so: Die erste heiße Wachstumsphase kühlt ab, die Realität holt einen ein, Hürden tauchen auf: Jetzt heißt es: das Team aufbauen, die Produktentwicklung in Höchstgeschwindigkeit weiter laufen lassen, Infrastruktur-Probleme bewältigen... Es ist ein bisschen wie mit dem Kind beim Tennis spielen: den Sweet Spot kurz gestreift - aber mehr aus zufällig als vorsätzlich.

 

Aber du machst weiter und das Blatt wendet sich wieder: Du lässt die Hürden hinter dir, lernst so langsam deinen Markt wirklich gut kennen und kannst dein Unternehmen richtig aufbauen. Du wirst besser darin, den Sweet Spot zu treffen. Und zwar vorsätzlich. Früher oder später begegnet dir dann die Mutter aller Sweet Spots: dir wird klar, dass dein Produkt und dein Unternehmen _wirklich_ funktionieren! Zeit, mal kurz richtig auszurasten.

Für uns war dieser Moment gekommen, als wir uns von United Internet (1und1) getrennt haben. Auf den Tag hatten wir lange hingearbeitet, und wir feiern ihn bei uns immer noch jedes Jahr als 'Jimdependence Day'. Wir standen unter dem Druck, bis zu dem Tag, an dem wir unsere Anteile zurück kaufen würden, eigenständig profitabel zu sein. Das ganze Team arbeitete geschlossen an diesem Ziel - und zusammen schafften wir es, dass unser Wachstum so sehr nach oben schoss, dass wir tatsächlich profitabel waren, als wir die Scheidungspapiere unterschrieben. Währenddessen wurde es uns plötzlich völlig klar, und da war unser Sweet Spot: Wir hatten tatsächlich aus eigener Kraft ein großes Unternehmen geschaffen. Unser 'Hell Yeah!'-Moment!


An alle Gründer und Unternehmer da draußen: wenn ihr darauf hofft, den Sweet Spot bei allem, was ihr macht, zu treffen, denkt noch mal drüber nach. Es ist nicht alles selbstverständlich, und das ist ganz normal - es ist der natürliche Weg eines wachsenden Unternehmens. Aber: wenn ihr dran bleibt, werdet ihr den Sweet Spot wieder treffen. Und wieder... Ihr seid Unternehmer; es steckt in euch - und ihr könnt einfach nicht widerstehen... :)

Photo: via Flickr Commons

 


Comments: 4 (Discussion closed)
  • #1

    Nico (Wednesday, 06 June 2012 16:45)

    Jungs, ich werde nie vergessen, wie ich Euch im Foyer des CCC getroffen habe, als ihr gerade ganz frisch mit Jimdo gestartet hattet. Fridel kam in Flipflops auf dem Longboard, Christian wirkte verpeilt und Matthias machte einen auf seriös. Herrlich. Ich hatte nur gerade mit Blogg.de kein funktionierendes Geschäftsmodell hinbekommen und hatte wenig Hoffnung, meinen damaligen Arbeitgeber von einem Investment in Jimdo zu überzeugen. So weit ich das mitbekomme, hat Euch das aber nicht wirklich geschadet. :) Von Außen auf Jimdo geblickt, erhält man den Eindruck, dass ihr wirklich eine sehr feine Firma mit einem tollen Arbeitsklima hingestellt habt, die noch dazu Geld verdient. Respekt!

  • #2

    Matthias Henze (Wednesday, 06 June 2012 17:02)

    Danke Nico, das freut uns! Und das Treffen war lustig, haben wir nicht vergessen :)

  • #3

    vinum-weine (Wednesday, 06 June 2012 21:55)

    Sehr schön :) mit spaß beim Lesen! Top Danke für den tollen Artikel

  • #4

    Alex (Wednesday, 06 June 2012 22:38)

    Danke. Motiviert!

    get { now [ "Sweet Spot" ]